Nicht nur am Feierabend

30. September 2009: 

„Wenn du so weiter arbeitest, kriegst du von der Entwicklung deines Sohnes nichts mit und ich fühle mich jetzt schon fast allein erziehend.“ Diese Worte seiner Frau hätten gesessen, beschreibt H. Berger (Name geändert) den Beginn einer außergewöhnlichen Erfahrung:

Vater und Sohn
Vater und Sohn

Teilzeit und Karriere ist doch möglich, es braucht nur viel Flexibilität und Kreativität. Auf beiden Seiten. Auf der des Vaters in verantwortlicher Position und auf der des Vorgesetzten. „Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich schon immer neidisch auf die wenigen Männer geschaut, die mir von ihren tollen Erlebnissen mir ihren Kindern erzählten, von dem Gefühl, nicht nur ein ‚Feierabendpapa’ zu sein, sondern auch tagsüber mehr Zeit für den Nachwuchs zu haben", so Berger. Nicht nur die Erfahrungen, sondern auch der Mut und die ‚kreative’ Beharrlichkeit, die diese Männer gegenüber dem Vorgesetzten und den Kollegen an den Tag legen, um ihre Wünsche nach aktiverem Vatersein zu erfüllen, haben Berger beeindruckt. Und sie haben ihm die „Rückendeckung“ gegeben, selbst diesen Weg einzuschlagen. Dass eine gelungene Balance von Beruf und Familie durch Arbeitszeitreduzierung seit ein paar Jahren auch Männern immer wichtiger wird und eine Karriere nicht ausschließt, zeigt auch eine neue Broschüre. Sie gibt einen Überblick über aktuelle Daten und stellt in acht Portraits Männer vor, die sich aus den unterschiedlichsten Gründen zur Teilzeitarbeit entschlossen haben. Die Broschüre der Arbeitnehmerkammer Bremen und der Initiative Neue Qualität der Arbeit „Teilzeitarbeit – Vollzeitmann. Portraits von Männern in Teilzeit“ zeigt, wie es gehen kann, trotz Hindernissen und „Exoten-Dasein“, Job und Familie zu vereinbaren. Nachahmen ausdrücklich erwünscht!

Die Broschüre kann angefordert werden unter: rfehre@iaw.uni-bremen.de oder steinruecke@arbeitnehmerkammer.de

Für Nicht-Mitglieder der Arbeitnehmerkammer Bremen fällt eine Schutzgebühr von 3,50 Euro an; kostenfreier Download unter: www.berufundfamilie-bremen.de

Text: Rena Fehre


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